Neonazis als Ordner für rechtsextremen Kongress

Am Samstag dem 29.10.2016 fand in Linz ein rechtsextremer Kongress namens “Verteidiger Europas” statt. Das Spektrum reichte von FPÖ über NPD bis zu diversen einschlägigen Verlagen und rechtsextreme Medien und Gruppierungen.
Die VeranstalterInnen versuchten, sich einen (rechts)konservativ und “Anschlußfähigen” Anstrich zu verpassen, doch ein Blick auf die TeilnehmerInnen, RednerInnen und deren Inhalte reicht aus, um festzustellen in welcher Tradition sich die “Verteidiger Europas” wirklich befinden. Der Kongress war ein Tummelplatz für FaschistInnen, AntisemitInnen, Alt- und Neonazis. Letztere durften den Ordnerdienst für den Kongress machen. Statt eindeutiger Neonazicodes diesmal in Anzug und Krawatte wie es sich für ein Event der rechtsextremen Eliten eben gehört. Im folgenden sollen die einzelnen “Ordner” und ihre Hintergründe näher beleuchtet werden:

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Herwig Huber (links)

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Fabian Lux

ordnerredoutensaleVon oben nach unten: Stefan Ganglberger, Sven Wefers und Markus Steiner
(Quelle: Facebook)

Die Saalschützer des Kongresses

 

Zum Einen wäre da Markus Steiner, ein schon länger bekannter Neonazi aus Wels. Aufgedeckt hatte dies Rechtsdrall auf Twitter. Steiner postete auf seiner Facebookpage diverse Fotos mit eindeutigen Neonazicodes und Hakenkreuzfahne.
In der Vergangenheit gehörte Steiner der Neonazi Gruppe “Rapid Club Wels” und der oberösterreichischen rechtsextremistischen Gruppierung “White Wolfes” (sic!) an. Mittlerweile bewegt er sich im Dunstkreis der “Road Crew Oberösterreich”, einem Auffangbecken für Neonazis, die mit den neueren Stilrichtungen im Rechtsextremismus nichts mehr anfangen können.

 

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Markus Steiner mit „Road Crew Support“ Pulli.

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Markus Steiner auf einer FPÖ-Kundgebung 2008 in Linz, wo er mit den “White Wolfes” uniformiert auftrat.

 

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Bei einem Boccia-Turnier mit einschlägigem T-Shirt. Die „8“ steht in der Neonaziszene für den achten Buchstaben im Alphabet und “88” für die Initialen von “Heil Hitler”.

hakenkreuzEin Foto seiner Wohnung auf Facebook lässt gerade noch die Hackenkreuzfahne erkennen.

Ebenfalls bei der “Road Crew” ist Sven Wefi (Facebook-Username). Sein richtiger Name ist wahrscheinlich Sven Wefers. Seit September 2016 ist dieser Geschäftsführer bei der oberösterreichischen Security-Firma “WN-Consulting“. Offen bleibt, ob diese Firma für den Kongress angeheuert wurde.

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Auf Facebook gibt er sich gerne martialisch und Gewaltbereit. (Foto von Facebook ohne Änderung)

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Wefers auf einer “Road Crew”-Party.

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Mit einschlägigen T-Shirts.

Ein Mitglied bei “Road Crew Oberösterreich” ist Stefan Ganglberger. Der ebenfalls für den Kongress als Saalschützer tätige Linzer, ist ein fixer Bestandteil der Neonazis-Hooliganszene des Fussballvereins Blau-Weiß Linz.

 

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Stefan Ganglberger gemeisam mit seinen „Kameraden“.

 

stefan-ganglbergerBegrüßt werden diese auf Facebook mit einschlägiger Groß/Kleinschreibung.

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Ganglberger als Ordner auf der PEGIDA Linz Demo gemeinsam mit Markus Steiner.

 

stefan-ganglberger2Mit Hatecore-Shirt.

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Mit Baseballschläger.

Als weiterer Saalschützer fungierte Herwig Huber. Er koordinierte stellenweise die Ordner für den Kongress und übernahm sogar Absprachen mit der Polizei. Er war auch als die schon am Vortag angereisten Rechtsextremen einen Ausflug auf den Pöstlingberg unternahmen – vermutlich als Securitiy – mit dabei.
Abseits des Kongresses taucht er im Rahmen eines dubiosen Vespa-Clubs mit einem abgekupferten Lonesdale-Logo auf, immer mit, in rechtsextremen Kreisen beliebter mythischer Symbolik, Thors-Hammer um den Hals. 2015 nahm er an der Demonstration der Identitären in Spielfeld und 2016 an der Identitären-Demo in Wien teil.

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Herwig Huber auf einem Fest seines Vespa-Vereins dem „1. Linzer Vespa-Club Wespen-Plüsch“.

huberDas offizielle Vereinsfoto Herwig Huber`s, natürlich immer mit dem „Thorshammer“.

herwig-huber-demoHuber auf der Abschlusskundgebung der Identitären 2016 in Wien.

Neben Neonazis war einmal mehr ein Identitärer mit von der Partie. Fabian Lux, dieser ist seit einigen Monaten auf identitären Kundgebungen und bei Aktionen aktiv. Auf seiner Facebook-Seite findet sich ein (unvollständiges) Gedicht des NS-Dichters Herybert Menzel, grundsätzlich ist seine Beteiligung ein weiteres Zeichen, dass die Distanzierung der Identitären zum Neonazismus nicht geglaubt werden kann. Diese suchen sowohl Anschluß im rechtsextremen Establishment (Burschenschafter, ÖLM, FPÖ), als auch den Kontakt zu den schlagkräftigeren neonazistischen Kreisen.

fabian-lux-demoFabian Lux auf einer Demo der Identitären in Wien 2016

fabian-luxLux während einer versuchten Transparent-Aktion, die wegen der Umleitung der Identitären-Demo aufgegeben werden musste. Gemeinsam mit Lukas Zechner (links) und Josef Lopatka (mitte).