“Info-Direkt” – Die Verantwortlichen im Augenschein – Teil 3 Michael Scharfmüller

Der Geschäftsführer der “InfoDirekt VerlagsGmbH” Michael Scharfmüller hat, ebenso wie seine KollegInnen, eine Vergangenheit im organisierten Rechtsextremismus. Ähnlich den vorhergehenden zwei Artikeln der “Info-Direkt”-Reihe wollen wir diese Vergangeheit systematisch aufrollen und beleuchten:

Michael Siegfried Scharfmüller

Michael Scharfmüller (*1982) gehörte in den frühen 2000ern zur Neonazi-Gruppe “Bund freier Jugend”(BFJ). Als Jugendgruppe der neonazistischen “Arbeitsgemeinschaft für demokratische Politik”(AfP) organisiert der BFJ Demos, Sommerfeste und veranstaltete den jährlich stattfindenden „Tag der volkstreuen Jugend“, zu dem Neonazis aus Deutschland, Österreich und Italien anreisten. Auch eine eigene Zeitung brachten die Rechtsextremen heraus, das “Jugend Echo”.

v.l.n.r.: Die BFJler Stefan Magnet und Michael Scharfmüller bei einem Besuch bei der faschistischen Partei “Noua Dreaptă” in Rumänien.

Im BFJ schlossen sich damals viele jugendliche Neonazis aus dem oberösterreichischen Raum zusammen, immer wieder gab es auch überschneidungen mit der FPÖ und ihrer Jugendorganisation dem “Ring freier Jugend” (RFJ). Auch der FPÖler Detlef Wimmer plegte in dieser Zeit gute Kontakte zum BFJ.

Es sollten „der Jugend wieder volkstreue Werte“ vermittelt werden und der „Zersetzung der Identität und unserer Kultur“ entgegengewirkt werden. In einem Rechtsgutachten kam der Jurist und Universitäts-Professor Heinz Mayer damals zum Schluss, dass die Publikationen des BFJ und der AFP mehrmals gegen das Verbotsgesetz verstoßen und bescheinigte den Beiträgen im „Jugend Echo“ eine besondere Aggressivtität.

Auszug aus Wikipedia: “Das Logo des Bundes freier Jugend hat eine an ein Wappenschild erinnernde Form. Darin befindet sich unter der Abkürzung des Organisationsnamens in gebrochener Schrift eine blaue Kornblume. Die Kornblume war das Erkennungszeichen der NSDAP während ihres Verbots im Austrofaschismus.”

Das Logo des “Bund freier Jugend”

Nach jahrelanger Organisierung von einschlägigen Treffen und Demonstrationen wurden schließlich drei Führungskader des BFJ festgenommen und in Untersuchungshaft genommen.
Die drei Neonazis Stefan Magnet, Michael Scharfmüller und Rene Hönig saßen ca. ein halbes Jahr in Untersuchungshaft und die rechtsextreme Szene nahm dies als Anlass eine Kampagne für deren Freilassung zu organisieren.

Der Flyer der Kampagne auf dem v.l.n.r. Michael Scharfmüller, Rene Hönig und Stefan Magnet abgebildet sind.

Michael Scharfmüller und der mehrfach nach dem Verbotsgesetz verurteilte Neonazi Gottfried Küssel beim jährlichen Treffen der AfP 2006.

Schlussendlich wurden vier BFJler (darunter die oben genannten) und Horst Ludwig, Vorsitzender der AfP nach dem Verbotsgesetz angeklagt. Der Staatsanwalt entschied sich aus unbekannten Gründen zu einer Anklage nach dem äußerst unüblichen §3a (Wiedererichtung einer nationalsozialistischen Organisation) und nicht zu einer Anklage nach §3g (Wiederbetätigung). Diese Entscheidung war folgenreich, die Geschworenen sprachen die Angeklagten allesamt frei, die Mindesstrafe von zehn Jahren dürfte den Geschworenen für die Anfang 20-jährigen zu hoch gewesen sein.

Dennoch löste sich der BFJ 2008 auf und viele Mitglieder verschwanden im Privatleben. Auch Michael Scharfmüller zog sich aus der organisierten Rechtsextremen zurück und wurde sieben Jahre lang kaum mehr in rechtsextremen Kontexten gesehen. Er ließ sich nach eigenen Angaben zum “Mentaltrainer” ausbilden und versuchte sich als Fotograf für diverse Bezirkszeitungen.


Seit 2015 hat er auch eine wenig erfolgreiche “Werbeagentur”, die auf der Firmenseite “grafikdiskonter.at” angeführten bisherigen Leistungen geschahen fast allesamt für “Info-Direkt”.

Erst im Frühjahr 2017 taucht Scharfmüller bei einer Präsentation des Magazins “Info-Direkt” auf einem “Identitären Kongress” in Graz wieder auf.

Zur journalistischen Fortbildung absolviert er 2017 laut eigener Angabe die Mokant-Journalistenakademie in Wien.

Seine Rolle bei “Info-Direkt” dürfte wahrscheinlich neben dem Schreiben von Artikeln vor allem bei der grafischen Gestaltung der Zeitung liegen. Seit August 2017 ist er Hauptteilhaber an der “Info-DIREKT VerlagsGmbH” und Geschäftsführer.

Scharfmüller gehört damit zur Gruppe der ehemaligen BFJler, wie z.B. Stefan Magnet, die nach einigen Jahren Pause nun versuchen, im Umfeld der FPÖ Fuß zu fassen.