“Info-Direkt” – Die Verantwortlichen im Augenschein – Teil 4 Stefan Juritz

Laut der „Info-Direkt“-Homepage besteht das Zeitungsprojekt aus einem Team von vier Hauptverantwortlichen.

(Stand 28.12.2017 info-direkt.eu/ueber-info-direkt/)

Ulrich Püschel, Jan Ackermeier und Michael Scharfmüller haben wir schon in den ersten drei Teilen der Reihe vorgestellt. Nun kommen wir zum „Koordinator“ von info-direkt.eu, Stefan Juritz. Er war und ist, ebenso wie alle anderen „Info-Direkt“ Mitarbeiter, eng mit dem organisierten Rechtsextremismus in Österreich verbunden.

Seine politische Laufbahn beginnt, wie die so vieler Rechtsextremer, in einer Jugendorganisation der FPÖ dem „Ring freiheitlicher Jugend“ (RFJ). Im Jahr 2007 macht Juritz als 18-Jähriger das erste Mal Schlagzeilen, als er als Obmann des RFJ Deutschlandsberg die Abschaffung des Verbotsgesetzes fordert. Anlass ist die Inhaftierung dreier Neonazis vom “Bund freier Jugend” (BFJ), mit dem Juritz damals auch enge Kontakte pflegte, z.B. als er 2007 gemeinsam mit dem bekannten Neonazi Gottfried Küssel an einem Neonazi-Fest in Steinbach, Oberösterreich teilnahm.

Spätestens seit 2009 ist er Teil der deutschnationalistischen Burschenschaft Marko-Germania Graz, in der auch hochrangige FPÖler korporiert sind.

Stefan Juritz als Redner auf einem Stiftungsfest der Marko-Germania Graz 2017.

2010 musste sich Juritz wegen NS-Wiederbetätigung und absichtlicher schwerer Körperverletzung vor Gericht verantworten. Er wurde trotz gegenteiliger Zeugenaussagen freigesprochen, sein Bruder Christian Juritz wurde wegen schwerer Körperverletzung verurteilt. [1] [2]

Seit 2014 ist Stefan Juritz bei den Identitären aktiv und nahm regelmäßig an deren Demonstrationen teil.

Stefan Juritz auf der ersten Demonstration der Identitären 2014 in Wien.


Stefan Juritz auf einem Sommerfest der Identitären 2015.


Stefan Juritz 2015 als Megafonträger für den Leiter der Identitären in Österreich Martin Sellner (links) auf einer Demonstration in Wien .


v.l.n.r. Stephan Gerold (Identitäre), Mario Singer (Identitäre Steiermark, RFS), Ulrich Püschel, Stefan Juritz und Herwig Huber auf einer Demonstration der Identitären in Spielfeld 2015.

 

Auch die Fotos vom Akademikerball 2017 in Graz bieten einige Erkenntnisse über seine Netzwerke:


v.l.n.r. Peter Dingsleder (Identitäre Steiermark), Fabian Rusnjak (Identitäre Wien) und Stefan Juritz.

Juritz Arm in Arm mit Philip Stein (Ein Prozent)

Über die Misogynie, die führende Mitglieder der Identitären an den Tag legen, wurde schon des öfteren berichtet, auch Stefan Juritz fällt da nicht aus der Rolle, wie man in der folgenden Kommentarspalte lesen kann.

 

Wie viele der führenden Identitären kommt auch Stefan Juritz aus dem burschenschaftlichen und neonazistischen Milieu. Seine Beteiligung an “Info-Direkt” erklärt auch die Entwicklung des Magazins hin zum wichtigsten österreichischen identitären Medienprojekt. Kaum ein anderes rechtsextremes Magazin berichtete in so großem Ausmaß über deren Aktionen oder kann so viele Identitäre zu ihrer AutorInnenschaft zählen.

In unserem nächsten und vorläufig letzen Teil der Recherchereihe zu “Info-Direkt” werden wir uns noch etwas genauer mit den im Magazin geschalteten Inseraten auseinandersetzen.

Quellen:
[1] https://maydaygraz.wordpress.com/rechtsextremismus-dokumentiert/fpo-usw/201101-ein-steirischer-neonazi-schlagertrupp/

[2] https://maydaygraz.wordpress.com/rechtsextremismus-dokumentiert/oststeiermark-connection/201212-wenn-neonazis-zu-opfern-werden-grazer-wiederbetatigungsprozess-zu-ende/