Die TeilnehmerInnen des “Verteidiger Europas” Kongresses 2016 – Die Identitären

In knapp zwei Monaten, am 3.3.2018, wird der Kongress der “Verteidiger Europas” zum zweiten Mal in Oberösterreich stattfinden. Dieser Kongress ist eines der wichtigsten Vernetzungstreffen von deutschsprachigen rechtsextremen Verlagen, Zeitungen und Organisationen in Österreich und wird dieses Mal im Wasserschloss Aistersheim in der Nähe von Wels veranstaltet. Rückendeckung bekommen die Organisatoren (“Info-Direkt”, “unzensuriert.at”, “EinProzent” ) dabei von der FPÖ. Letztes Jahr hielt der jetzige Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) eine Rede, dieses Jahr soll der Grazer Vizebürgermeister Mario Eustacchio (FPÖ, B! Stiria Graz) die FPÖ vertreten.

Es ist abzusehen, dass die, durch die parteinahe Hetzseite “unzensuriert.at” auch in die Organisation eingebundene, FPÖ versuchen wird den rechtsextremen Charakter des Kongresses herunterzuspielen und zu verharmlosen. Dieser Medienstrategie soll mit den folgenden Artikeln etwas entgegen gesteuert werden. Die RednerInnen und AusstellerInnen des letzten Kongresses wurden schon kurz vor dem letzten Kongress 2016 genauer behandelt., nun wollen wir uns einen Teil der ca. 250-300 BesucherInnen des Kongresses genauer anschauen.

Unter den AusstellerInnen befanden sich letztes Jahr neben neonazistischen Zeitungen und rechtsextremen Burschenschaften auch die “Identitäre Bewegung”, der identitäre Versandhandel “Phalanx Europa”, der deutsche identitäre Video-Blog “Laut Gedacht” und das „Varieté Identitaire“. Auch organisatorisch war zumindest einer der Identitären nachweislich involviert: Der steirische Identitäre Fabian Lux machte gemeinsam mit oberösterreichischen Neonazis den Ordnerdienst.

Für die zahlreich vertretenen Identitären brachte der Kongress die Möglichkeit, sich der oberösterreichischen rechtsextremen Szene zu präsentieren und Kontakte zu knüpfen. Die Folge waren steigende Rekrutierungsversuche der Identitären in Oberösterreich in Form von Stammtischen und eine Intensivierung der Zusammenarbeit mit dem rechtsextremen Medienprojekt “Info-Direkt”.

Die Bedeutung des Kongresses für die Identitären fand auch in der Präsenz von ca. 25 identitären Mitgliedern ihren Ausdruck, darunter fast die gesamte österreichische Führung:

Foto: Christian Mittmannsdorfer

v.l.n.r.: Patrick Lenart, Leiter der österreichischen Identitären und Mitglied bei der Akademischen Fliegerschaft Wieland-Staufen und Jörg Dittus, Identitärer und Mitglied der akad. Landsmannschaft Viruna zu Graz in den Morgenstunden des Kongresstages vor den Redoutensälen.

Der Leiter der österreichischen Identitären Martin Sellner (US! Barden zu Wien) mit Patrick Lenart und der Verschwörungstheoretikerin Maram Susli.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Bei der Ankunft Kickls, steht gerade Dominik Steizinger, der Leiter der identitären Salzburg, vor den Türen der Redoutensäle.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

v.l.n.r.: Luca Kerbl, der Leiter der Identitären Steiermark in Begleitung eines weiteren Identitären aus der Steiermark, wahrscheinlich Alexander Hartmann.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

v.l.n.r.: Philipp Huemer, Leiter der Identitären Wien und Fabian Rusnjak, langjähriger Identitärer und Mitglied der Universitätssängerschaft Barden zu Wien beim Ankommen.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

v.l.n.r.: Maximilian Mrak, Identitärer und Mitglied der US! Barden zu Wien, der 2015 an einem gewalttätigen Angriff auf Antifaschist_innen beteiligt war und Edwin Hintsteiner, Identitärer in Wien und ehemaliges Mitglied der Burschenschaft Olympia Wien. Hintsteiner fiel vor kurzem um die Proteste gegen den Akademikerball durch menschenverachtende Twittermeldungen gegenüber den “Omas gegen Rechts” auf.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

v.l.n.r.: Die beiden Identitären aus der Steiermark Harald Peter Wiedner und Lukas Zechner.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

v.l.n.r.: Christoph Haberberger (Identitäre Wien und Heimleiter eines Wohnheims im Dunstkreis völkischer Burschenschaften) und Jan Kevin Pawlik (Identitäre Wien und Bezirksrat für die FPÖ in Wien-Penzing.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Christian Charous (Identitäre Wien), ein wohlhabender Immobilienhändler aus Wien und Preisträger des diesjährigen „Prinz-Eugen-Preises“ der Identitären Bewegung.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Bernhard Scheurecker beim Eintreffen. Er war wiederholt PEGIDA-Ordner und Redner und ist 2017 nun immer wieder bei Identitären Stammtischen in Oberösterreich anwesend.

v.l.n.r.: Dagmar Huber, Steve Henschke, ?, Roland Moritz, Bernhard Scheurecker

Foto: Christian Mittmannsdorfer

v.l.n.r.: Das Team des “Varieté Identitaire” Till-Lucas Wessels (ehemals Sängerschaft Fridericiana) und Melanie Schmitz von der “Kontrakultur Halle”, einem Ableger der Identitären in Deutschland.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Simon Kaupert ist ebenfalls Mitglied der Identitären in Deutschland.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Michael Wenglorz (Identitäre Deutschland) hat gute Verbindungen nach Wien und war auch bei Aufmarsch der Identitären 2016 in Wien mit dabei.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Alexander “Malenki” Kleine für den identitären Vlog “Laut gedacht” mit Equipment.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Der Identitäre Michael (Tschandl?) von den Identitären Wien/Steiermark.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Der identitäre Carl (Carl Vo auf Facebook) von den Identitären Wien.

In einem der offiziellen Videos zum Kongress sieht man kurz Philip Thaler (Kontrakultur Halle, “Laut Gedacht”, Burschenschaft Germania Halle-Leoben) im Gespräch mit Philipp Huemer und Fabian Rusnjak.

Für den 2. Kongress der “Verteidiger Europas” sind die Identitären nicht mehr offiziell eingeladen worden. Dennoch dürften wieder VertreterInnen der Gruppierung dort zu erwarten sein, gibt es doch nach wie vor eine enge Kooperation der Identitären mit den OrganisatorInnen. Über die Gründe für die Nicht-Einladung der Identitären wird nächste Woche im zweiten Teil dieser Recherche kurz spekuliert werden, der die TeilnehmerInnen der FPÖ im Fokus hat. Stay tuned!