Die TeilnehmerInnen des Kongress “Verteidiger Europas” 2016 – Die FPÖ

Für die FPÖ ist die organisatorische und personelle Beteiligung am Kongress ein zweischneidiges Schwert. Zum einen stellt die rechtsextreme Szene und deren SympathisantInnen ein zentrales WählerInnen- und Personalreservoir für die FPÖ dar, auf der anderen Seite behindert der damit einhergehende schlechte Ruf einen, über dieses WählerInnenpotential hinausgehenden, Machtzuwachs. Die Beteiligung der FPÖ an diesem Kongress ist ein klares Signal an die außerparlamentarische extreme Rechte, diese auch in Zeiten einer Regierungsbeteiligung nicht zu vergessen. Allerdings lässt sich somit auch die diesjährige Nicht-Einladung der Identitären erklären, durch die sich die FPÖ wohl eine verringerte Medienaufmerksamkeit und den Anschein einer Distanznahme zu Rechtsextremen erhofft.

Auch 2016 nahmen zahlreiche MandatarInnen der FPÖ am „Verteidiger Europas“ Kongress teil. Der jetzige Innenminister und damalige FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl hielt damals eine ausschweifende Rede, nachdem im vorhinein sein Parteikamerad Walter Asperl und der aus Deutschland angereiste Jürgen Elsässer die Menge eingestimmt hatten. In der Rede bezeichnete der Innenminister die rote und grüne Parlamentsfraktion als „mieselsüchtige Gestalten“ und verteidigte den Kongress als eine „… Diskussionsveranstaltung, wo wir (uns) untereinander unter Gleichgesinnten treffen…“.

Wer sich dort von der FPÖ mit gleichgesinnten Identitären, Neonazis und Burschenschaftern traf, haben wir uns etwas näher angeschaut:

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Die Rechtsanwältin und seit 9. November 2017 FPÖ-Nationalratsabgeordnete Susanne Fürst mit korporierter Begleitung vor den Redoutensälen.

Foto: cityfoto.at

Susanne und dieselbe Begleitung (B! Oberösterreicher Germanen) auf dem Burschenbundball 2013 in Linz. Der Burschenschafter war auch auf mehreren PEGIDA-Demonstrationen in Linz und Wien anzutreffen.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Als damaliger Chefredakteur von “unzensuriert.at” durfte natürlich auch Alexander Höferl nicht fehlen. Er ist Mitglied der B! Gothia zu Wien und nun Mitarbeiter im Kabinett des Innenministers Herbert Kickl.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

v.l.n.r.: Markus Ripfl, Walter Asperl und Robert Lizar

Markus Ripfl (B! Olympia Wien) wurde Anfang 2018 aus der FPÖ geworfen, weil er neonazistische Musik auf Facebook verbreitete und scheint nach wie vor als Landesobmann des “Ring freiheitlicher Jugend Wien” (RFS) auf.

Walter Asperl (B! Olympia Wien) ist laut Eigenangaben Mitarbeiter im Freiheitlichen Parlamentsklub und Geschäftsführer von “unzensuriert.at”.

Robert Lizar ist Redakteur der “Neuen Freien Zeitung” (NFZ), der Parteizeitung der FPÖ und dürfte auch in “unzensuriert.at” involviert sein.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Der FPÖ-Bezirksrat in Wien-Margareten und stellvertretender Obmann des “unzensuriert.at”-Vereins Fritz Simhandl

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Der Chefredakteur des “Eckart” Thomas Hüttner ist FPÖ-Bezirksrat in Wien und Mitgründer der “pennalen Burschenschaft Ghibellinia”.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Helwig Leibinger ist Bezirksrat für die FPÖ in Wien-Leopoldstadt und eifriger Teilnehmer an Demonstrationen der Identitären und PEGIDA Wien. Schon 2008 nahm er gemeinsam mit vielen anderen Neonazis an einer Anti-Eu Demonstration in Wien teil.
Originalfoto: Hier

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Jan Kevin Pawlik ist wie schon im vorhergehenden Artikel erwähnt ebenso Bezirksrat in Wien und bei den Identitären aktiv.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Jörg-Rudolf Kraus ist Bezirksgeschäftsführer der FPÖ Linz-Stadt.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Manfred Gabriel ist Gemeindrat für die FPÖ Linz.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

v.l.n.r.: Günther Kleinhanns und Felix Müller

Den Linzer FPÖ-Gemeinderat Günther Kleinhanns kennen wir schon als Gastgeber für eine Podiumsdiskussion mit “Info-Direkt”.

Felix Müller (B! Arminia Czernowitz) ist Redakteur bei “Info-Direkt” und war zumindest 2013 Mitglied der FPÖ-Ortsgruppe Linz-Ost.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Mia Åkerblom ist ebenfalls FPÖ-Gemeinderätin in Linz.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Michael Kirchmair (B! Arminia Czernwitz) war zumindest 2013 Mitglied der FPÖ-Ortsgruppe Linz-Ost.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Der ehemalige Bundesobmann des RFS Felix Mayrbäurl (B! Libertas Wien).

Foto: Christian Mittmannsdorfer

v.l.n.r.: Ilan Mika (RFS Linz und Corps Alemannia Wien zu Linz), Sebastian Barth (RFS Linz und Corps Alemannia Wien zu Linz), Manuel Kepplinger (RFJ Wels) und Thorsten Aspetzberger (RFJ Wels)

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Der ehemalige Leiter der Identitären Alexander Markovics (B! Olympia, RFS Wien).

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Thomas Raml (“Ring freiheitlicher Jugend Linz”, pB! Donauhort-Aschach)

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Samuel Kallinger (pB! Ghibellinia Wien, RFS Wien)

Foto: Christian Mittmannsdorfer

Markus Raffetseder vom “Ring freiheitlicher Jugend Linz”.

Foto: Christian Mittmannsdorfer

v.l.n.r.: Thomas Gaberscik (pB! Germania Ried, RFJ Ried im Innkreis) und Johannes Berger (pB! Germania Ried, RFJ Ried im Innkreis)

Nicht in dieser Aufzählung enthalten sind Ulrich Püschel (B! Arminia Czernowitz) und Jan Ackermeier (B! Teutonia Wien), beide haben vor Ort den Kongress mitorganisiert. Beide arbeiten für die FPÖ, wie wir bereits in unserer Recherchereihe zu “Info-Direkt” dargelegt haben.

Sehr wahrscheinlich waren noch mehr FPÖlerInnen beteiligt, die wir hier nicht dokumentieren konnten. Es sollte diese Aufzählung aber keinen Zweifel mehr daran lassen, wie eng die FPÖ in den Kongress involviert ist und er auch ohne sie in dieser Art nicht möglich wäre.